Das Kraftwerk Farge ist ein Steinkohlekraftwerk mit einer Kapazität von 351 Megawatt. Sein Verstromungsprozess ist so konzipiert, dass fast alle anfallenden Reststoffe wiederverwertet werden: Der entstehende Gips wird in der Bauindustrie eingesetzt, die Flugasche als Zusatz für Beton oder im Straßenbau verwendet. Mit dem nachträglich errichteten 15.000 Tonnen fassenden und 70 Meter hohen Aschesilo hat sich das Kraftwerk Farge ein neues Wahrzeichen gesetzt. Seit Frühjahr 2008 ist auch eine Schiffbeladevorrichtung in Betrieb, so dass die Flugasche direkt per Schiff abtransportiert werden kann.

Engagement

Die Energiewende stellt das Kraftwerk auch technisch vor neue Herausforderungen. Strom muss immer zeitgleich mit dem aktuellen Bedarf produziert werden. Die Einspeisung der neuen Energien wie Sonne und Wind führen zu einer veränderten Fahrweise des Kraftwerkes. Flexibel - je nachdem ob die Sonne scheint. Verfügbar - wenn der Wind abflaut.  Mit großem Engagement arbeiten die Mitarbeiter an diversen Projekten, um die Flexibilität und den Wirkungsgrad der Anlage zu verbessern.

KLÄRSCHLAMM-MITVERBRENNUNG

1993 startete in Farge eine europaweit erste Versuchsreihe zur Klärschlamm-Mitverbrennung.
Der bis dahin übliche Weg, Klärschlamm in der Landwirtschaft zu verwenden, stieß zunehmend auf Kritik, da die im Klärschlamm enthaltenen Schadstoffe über die Pflanzen in die Nahrungskette gelangen könnten. Daher ist es günstiger und umweltschonender, Klärschlamm in Kohlekraftwerken mitzuverbrennen, die bereits über eine moderne Rauchgasreinigung verfügen und die Schadstoffe herausfiltern. Für die umliegenden Kommunen ist das die effizienteste Alternative, um Klärschlämme ökologisch sinnvoll zu entsorgen.

SEIT 2001 SORGT DIE KLÄRSCHLAMM-MITVERBRENNUNG IM STEINKOHLEKRAFTWERK FARGE FÜR EINE UMWELTVERTRÄGLICHE, WIRTSCHAFTLICHE UND SICHERE ENTSORGUNG VON KLÄRSCHLAMM.

 

Heute erhält das Kraftwerk Farge den Klärschlamm aus der benachbarten Kläranlage Farge. Der Klärschlamm wird unterirdisch direkt von der Kläranlage in die Kohlemühlen gepumpt. Dosierventile an jeder der vier Kohlemühlen sorgen für eine gleichmäßige Klärschlammzugabe.